Bergseetauchen: Tauchen in der Höhe
Bergseetauchen beginnt ab etwa 300 Metern über dem Meer. Hier erfährst du, was sich in der Höhe ändert und wie du sicher planst.
Was ist Bergseetauchen?
Als Bergseetauchen gilt jeder Tauchgang in einem Gewässer, das mehr als 300 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Ausbildungsverbände ziehen die obere Grenze meist bei 3.000 Metern. In NRW liegt zum Beispiel der See im Berg bei Brilon auf rund 480 Metern, in Bayern und Österreich gibt es viele Seen deutlich darüber.
Was ist in der Höhe anders?
Mit der Höhe sinkt der Luftdruck: In 1.000 Metern beträgt er nur noch etwa 0,9 bar statt rund 1 bar am Meer. Unter Wasser kommt pro 10 Meter Süßwasser weiterhin etwa 1 bar dazu – der Druck verdoppelt sich also schon in rund 9 Metern Tiefe. Dein Körper nimmt im Verhältnis mehr Stickstoff auf und gibt ihn beim Auftauchen gegen einen geringeren Druck wieder ab. Deshalb gelten kürzere Nullzeiten.
Bergseen sind außerdem fast immer kalt. Ein guter Kälteschutz, am besten ein Trockenanzug, und kaltwassertaugliche Atemregler gehören dazu.
So planst du einen Bergseetauchgang
- Finde die Höhe des Sees heraus und stelle deinen Tauchcomputer darauf ein – viele Computer messen den Luftdruck auch selbst.
- Halte den Sicherheitsstopp etwas flacher, je nach Höhe auf etwa 3 bis 4 Metern.
- Steige höchstens 9 Meter pro Minute auf, gern langsamer.
- Mach höchstens zwei Tauchgänge am Tag und plane lange Oberflächenpausen ein.
- Gönn dir nach der Anreise eine Nacht in der Höhe, bevor du tauchst.
- Fährst du nach dem Tauchen über einen hohen Pass nach Hause, wirkt das wie ein Flug – halte mindestens die Wartezeiten fürs Fliegen ein (12 Stunden nach einem, 18 Stunden nach mehreren Tauchgängen).
Auftrieb und Ausrüstung
Bergseen sind Süßwasser – wer sonst im Meer taucht, braucht weniger Blei. Andererseits dehnen sich die Gasbläschen im Neopren bei geringerem Luftdruck etwas aus, das kann ein wenig zusätzliches Blei nötig machen. Ein mechanischer Tiefenmesser zeigt in der Höhe zu wenig an und muss korrigiert werden.
Tauchtabelle umrechnen
Ohne Höhentabelle kannst du eine normale Tabelle mit einem Korrekturfaktor nutzen: Druck auf Meereshöhe geteilt durch den Luftdruck am See. Mit diesem Faktor rechnest du die tatsächliche Tiefe in eine theoretische Tiefe um.
Tatsächliche Tiefe 20 m × 1,1 = 22 m
→ in der Tabelle mit 22 m (bzw. der nächsttieferen Stufe) planen
Hilft Nitrox?
Nitrox verlängert die Nullzeiten, die Höhe verkürzt sie – liegt es nahe, beides zu verrechnen? Dafür gibt es zu wenige belastbare Daten. PADI empfiehlt deshalb, beim Bergseetauchen mit Nitrox trotzdem die Nullzeiten für Luft zu verwenden.
Unser Tipp: Den Spezialkurs Bergseetauchen kannst du bei uns machen – frag einfach nach dem nächsten Termin.
Bergseetauchen von NRW aus: lohnende Ziele
Für Bergseetauchen musst du nicht unbedingt in die Alpen fahren. Der See im Berg bei Brilon liegt rund 480 Meter hoch und damit schon im Bereich der Höhenregeln. Allerdings ist der Zutritt dort an Bedingungen geknüpft, zum Beispiel an den Advanced Open Water Diver oder eine Mindestzahl an Tauchgängen. Prüfe das am besten vorher.
In Bayern liegt der Tegernsee auf etwa 700 Metern. Dort darfst du nur in freigegebenen Zonen tauchen, und im Winter gilt eine Sperrzeit. Auch in Österreich gibt es viele Ziele, etwa den Weissensee in Kärnten oder den Urisee in Tirol. An beiden ist im Winter sogar Eistauchen möglich. Einen Überblick findest du bei den Tauchplätzen in Deutschland und Europa.
Anreise und Tauchtag in der Höhe
Kommst du aus dem Tiefland, hat dein Körper noch mehr Stickstoff gelöst, als zum niedrigeren Luftdruck passt. Das wirkt ähnlich wie Reststickstoff nach einem Tauchgang. Deshalb lohnt sich eine Pause, bevor du abtauchst. Stell außerdem deinen Tauchcomputer auf die Höhe ein, sofern er sie nicht selbst erkennt.
Bergseen sind fast immer kalt, auch im Sommer. Ein Atemregler für kaltes Wasser und ein Doppelventil mit zwei Reglern gehören daher zur Grundausstattung. Zudem ist die Luft dünner. Trag die Ausrüstung also ruhig und ohne Hast zum Einstieg, damit du entspannt startest. Plane außerdem mehr Zeit für den ganzen Tag ein, denn in der Höhe geht alles etwas langsamer.
Fragen zum Bergseetauchen
Einige Seen setzen eigene Bedingungen, andere nicht. Trotzdem lohnt sich der Spezialkurs, denn dort lernst du die Planung in der Praxis. Frag uns einfach nach dem nächsten Termin.
Ja. Er liegt rund 480 Meter über dem Meer und damit über der Grenze von 300 Metern. Es gelten also die Regeln fürs Bergseetauchen.
Meist ja. Viele Computer messen den Luftdruck und passen sich selbst an. Bei anderen stellst du die Höhe von Hand ein. Schau dafür in die Anleitung deines Modells.
Fragen zu Kurs oder Tauchplatz?
Schreib uns über das Kontaktformular – wir beraten dich gern.
