Was ist Bergseetauchen?

Als Bergseetauchen, oder auch tauchen in größerer Höhe, wird jeder Tauchgang definier, welcher auf einer Höhe von mehr als 300m über n.N. stattfindet. Bei PADI ist die maximale Höhe auf 3000m über n.N. festgelegt. Die Definition der Höhen liegt in der Regel immer an den entsprechenden Dekompressionstabellen. So ist die Tabelle Deko 92 erst ab 700m über n.N. ausgelegt. und natürlich gibt es auch Tabellen die über 3000m über n.N. gehen.

Was sind die größten Unterschiede beim Bergseetauchen?

Grundsätzlich ist der Aufenthalt in höheren Lagen für Menschen, welche sich hauptsächlich in Gebieten in Höhe des Meeresspiegels aufhalten etwas anstrengender. Das liegt an der „dünnen“ Luft., denn in der Höhe nimmt der Umgebungsdruck ab. Unser gewöhnlicher Luftdruck von knapp über 1 Bar beträgt bei 1000m Höhe noch etwa 0,9 Bar.
 

Die führt auch unter anderem dazu, dass sich der Umgebungsdruck bei 1000m Höhe über n.N. nicht erst bei 10m Wassertiefe verdoppelt sondern schon bei 9m. Daher müssen die Nullzeitgrenzen verkürzt werden!

Zudem ist die Wassertemperatur in der Regel immer deutlicher kühler. Es empfiehlt sich das Tauchen in Trockentauchanzügen.

Optimalerweise benutzt man einen Tauchcomputer, welcher auf die entsprechende Höhe eingestellt werden kann.

 

Planen von Bergseetauchgängen

Wichtig ist natürlich zu wissen, auf welcher Höhe man sich befindet.
Man sollte sich Überlegungen zu seiner Tauchausrüstung machen, insbesondere zum Kälteschutz und kältetaugliche Ausrüstung, sowie ggf. seinen Tauchcomputer anpassen. Manche Tauchcomputer erfassen auch den Umgebungsdruck automatisch (z.B. Shearwater).

Wichtig ist zu beachten, dass der Sicherheits-Stopp etwas höher gehalten wird. Die allgemeinen Empfehlungen liegen zwischen 3m-4m (je höher der See, desto flacher der Sicherheitsstopp).

Es macht ebenfalls Sinn, sich einen Tag auf der entsprechenden Höh aufzuhalten, bevor man taucht. 

Beachte ebenfalls für deine Planung, dass bei Tauchgängen in Bergseen die von PADI empfohlene maximale Aufstiegsgeschwindigkeit bei 9m / Minute oder langsamer liegt und man nicht mehr als zwei Tauchgänge pro Tag machen sollte, um Zeit für den Stickstoffabbau zu haben.

Plane ebenfalls lange Dekopausen ein. So kannst du länger Stickstoff aufbauen und dich länger aufwärmen (falls erforderlich). Dein Dekobier solltest du lieber wieder auf Meereshöhe genießen 😉

Für deine Heimfahrt oder deinen Heimflug gelten die Oberflächenpausen von 12 Stunden / 18 Stunden. Nach einem Bergseetauchgang kann eine Gewissepasshöhe jedoch schneller riskiert werden, als nach einem Tauchgang auf Meereshöhe. Hierzu gibt es jedoch kaum medizinische Untersuchungen. 

Auswirkungen von Höhe auf den Auftrieb / Ausrüstung

Grundsätzlich bestehen Bergsees aus Süßwasser. Solltest du hauptsächlich in Salzwasser tauchen, wäre dies der erste Punkt den du für deine Bleimenge beachten solltest.

Wenn du mit einem Neoprenanzug tauchen gehst, solltest du ebenfalls bedenken, dass sich die Luftblasen in deinem Neopren durch den niedrigen Umgebungsdruck etwas ausgedreht haben und du dadurch ebenfalls zusätzliches Blei benötigen könntest.

Wenn du einen mechanischen Tiefenmesser nutzt, muss diese ebenfalls angepasst werden.

Verwenden vom RDP beim Bergseetauchen

Grundsätzlich muss man keiner spezielle Tabelle für das Tauchen in Bergseen vorliegen haben. Es ist möglich mit einem sogenannten Korrekturfaktor eine Tabelle selbst anzupassen. Dafür benutzt man folgende Formel:

Druck auf Meereshöhe / Umgebungsdruck vom Tauchsee

Hier ein Beispiel:

Wir sind auf 1000m Höhe über n.N.

1 Bar / 0,9 Bar = 1,1

Wir tauchen 20m tatsächliche Tiefe

20m x 1,1 =22m

Somit nehmen wir eine theoretische Tiefe von 22m an (Die Nullzeitgrenze reduziert sich).

Hier ist eine Übersicht (es wir immer der höhere Wert genommen, falls nicht der passende Wert vorhanden ist):

 

 Tauchen im Bergsee

Nutzung von Nitrox beim Bergseetauchen

Durch Nitrox lassen sich Nullzeigrenzen verlängern. Beim Bergseetauchen werden diese durch die Höhe verkürzt. Nun kann man sich zurecht fragen, ob durch die Nutzung von Nitrox dieses Phänomen nicht ausgeglichen werden könnte. 

Tatsächlich existieren hierzu zu wenige signifikante Daten auf deren Grundlage man eine seriöse Empfehlung aussprechen könnte. PADI hat sich z.B. darauf geeinigt, dass beim Bergseetauchen mit Nitrox trotz allem die Nullzeitgrenzen von „normaler“ Pressluft genutzt werden.